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Brühler Monatschronik: August

Bernhard Münch berichtet aus dem Archiv von Jakob Sonntag

Vor 475 Jahren

Einsamer Tod

Brühler Monatschronik: August

Am 15. August 1551, es war ein Mittwoch, starb der ehemalige Kölner Kurfürst Hermann von Wied einsam und von seinen einstigen Untertanen verlassen und verachtet in seiner Heimat, der Grafschaft Wied. Er, der zu Beginn seiner Regentschaft ein strenger Eiferer für die alte (katholische) Lehre war und sich später der Reformation zuwandte, wurde in den schweren Zeiten der geistigen Auseinandersetzung von seinem Gewissen zerrieben. Seinem Gewissen folgend hatte er am 25. Februar 1547 auf Drängen Kaiser Karls V. sein Amt als Kurfürst niedergelegt. Seine Nachfolge im Amt des Kölnischen Kurfürsten hatte damals Adolf III. von Schaumburg angetreten. Papst Paul III. hatte ihn bereits am 26. April 1546 seines geistlichen Amtes als Erzbischof enthoben.


Vor 250 Jahren

Glockenweihe

Ganz Pingsdorf hatte am 13. August 1776 allen Grund zur Freude, die denn auch mit einem großen Fest gefeiert wurde. An diesem Tag konnte die feierliche Glockenweihe begangen werden. Abt Andreas Krueghen von St. Pantaleon in Köln, ein Freund des damaligen Pastors Pantaleon Friedrichs, nahm die feierliche Glockenweihe vor.


Vor 175 Jahren

Erster evangelischer Pfarrer in Brühl

Am 14. August wurde in der v. Carnapschen Schloßkapelle in Bornheim Edwin Scheden als erster evangelischer Pfarrer Brühls ordiniert und in sein Amt eingeführt. Bereits am 11. Juni 1851 war er in Brühl mit 44 der insgesamt 55 abgegebenen Stimmen gewählt worden. Scheden betreute die evangelischen Gemeinden in Brühl und Bornheim fortan in Personalunion.


Vor 115 Jahren

Friedhofswechsel

Am Freitag, dem 18. August 1911 wurde der „alte“ Friedhof an der Mühlenstraße geschlossen, und bereits zwei Tage später, am 20. August, fand auf dem „neuen“ Friedhof an der Bonnstraße die erste Beerdigung statt.


Vor 100 Jahren

Zeitungserinnerungen

Brühler Monatschronik: August

Zum Abschluss dieser Chronik werfen wir gemeinsam einen Blick in die Brühler Zeitung aus dem August 1926. Ich habe uns drei Einträge herausgesucht (und in der „Sprache von damals“ niedergeschrieben):Am 4. August finden wir folgenden Bericht:„Bahnhof Brühl. Der Oberbahnhofsvorsteher hat mit Familie nunmehr die Wohnung im Bahnhof geräumt und kann es also mit dem beabsichtigten Umbau losgehen. Wir wundern uns in Brühl über nichts mehr; bedauern nur, daß kostspielige Umbauten vorgenommen werden, die ihren Zweck ganz verfehlen. Die Wünsche unserer ganzen Bürgerschaft bleiben unberücksichtigt und zwingt man uns nur die Pflicht auf, die nötigen Steuern zu bezahlen.“Nur wenige Tage später, am 17. August war zu lesen: „Die Verschönerung des Personenbahnhofs Brühl hat begonnen. Auf dem Platze der eingestürzten Wartehalle hat man einen alten Güterwagen aufgestellt, an dem groß der Name Regensburg prangt. Wenn noch einige weitere Güterwagen dort zusammengestellt werden, könnte vielleicht eine bayerische Bierstube als Wartesaal eingerichtet werden.“Ebenfalls am 4. August berichtete die Zeitung über ein Thema, das bis heute nichts an Aktualität verloren hat: „Weg mit den Glasscherben. Es gibt merkwürdig viele Leute, die kein Gefühl dafür haben, daß Glasscherben, zerbrochene Flaschen und dergleichen nicht irgendwohin geworfen werden dürfen, sondern in den Mülleimer gehören. In den Höfen, auf den Plätzen hinter den Häusern oder in einer Ecke des Vorgartens, nehmen sich die Glas- und Flaschenscherben trostlos aus und verunstalten die ganze Umgebung. Man sieht den Häusern schon von außen an, daß da keine Leute wohnen können, die Ordnungssinn haben. Direkt verantwortungslos handelt, wer Glasscherben auf dem Gehweg liegen läßt und so verschuldet, daß barfuß gehende Kinder sich die Füße zerschneiden. Weg mit den Glasscherben, wo sie liegen, und hin mit ihnen, wohin sie gehören: in die Ascheneimer.“

Kunterbuntes aus der Brühler Vereins- und Geschäftswelt