Die Filmvorführer*innen
Was wäre ein Kino oder auch ein Open Air Festival ohne seine Filmvorführer*innen? Ganz einfach: dann wäre nichts los. Denn sie sorgen schließlich dafür, dass überhaupt ein Film auf der Leinwand zu sehen ist.
Im Laufe der Jahre hat sich die Jobbeschreibung allerdings sehr verändert. Im analogen Zeitalter mussten die Filmvorführer*innen sich noch gut mit der Technik eines 35mm-Projektors auskennen, die Filmspulen eigenhändig einlegen und teilweise wechseln, während der Filmvorführung ständig daneben stehen und nach Abspielen des Films alles wieder ordentlich herrichten.
Seit der Einführung der digitalen Projektionstechnik konzentriert sich der Aufgabenbereich des Teams mehr auf den Kartenverkauf und den Thekenbetrieb im Kino. „Für die eigentliche Filmvorführung müssen wir heute nur noch mehr oder weniger auf einen Knopf drücken“, lacht ZOOM-Vorstand und Vorführerin Julia Liebig.
Aktuell umfasst das Vorführteam im ZOOM Kino 11 Personen im Alter zwischen 18 und 68 Jahren. Sie alle sind mit großem Engagement dabei. Doch sie sehen sich kaum, da die Filmvorführer*innen normalerweise alleine arbeiten. Deshalb stieß das ZOOM-Angebot an das Team vor gut 10 Jahren, die Durchführung der Kinoabende beim Open Air zu übernehmen, auf große Begeisterung.

Wolfgang etwa meint: „Ich bin schon seit 2002 dabei und damit wohl der Dienstälteste an der Theke – nächstes Jahr habe ich Jubiläum. Aber ich freue mich immer noch jedes Jahr auf meinen Einsatz beim ZOOM Open Air. Es ist immer so eine ganz besondere Atmosphäre im Team und im Publikum. Das einzige Manko ist, dass man die tollen Filme hinter der Theke selbst nicht wirklich genießen kann.“

Seine Kollegin Veronika ergänzt: „Es ist zwar nicht das 40. Open Air Festival, aber immerhin mein Viertes. Es gehört für mich schon fest zum August dazu! Ich freue mich auf die tolle Atmosphäre, altbekannte und neue Gesichter und darauf, mal wieder mit dem ganzen ZOOM-Team zusammenzuarbeiten. Die Filme auf der großen Leinwand zu schauen, ist auch nochmal etwas Besonderes. Da ist für mich der „Film-Klassiker“ immer ein Highlight.“

Für Leon ändert sich in diesem Jahr die Perspektive: „Das Open Air kenne ich bisher nur als Besucher. Da ich erst dieses Jahr im Mai zum ZOOM Team dazugestoßen bin, ist es mein erstes Open Air als Mitarbeiter. Darauf freue ich mich aber sehr, da die Kolleg*innen schon die ganze Zeit erzählen, dass es für sie DAS Highlight des Jahres wäre und es super Spaß machen würde, da mitzuarbeiten.“

Artur kennt die Abläufe bereits bestens. „Das wird mein viertes ZOOM Open Air. Obwohl ich seit Februar wegen eines neuen Jobs im Studium nicht mehr im normalen Kinobetrieb dabei bin, wollte ich mir das Open Air aber nicht entgehen lassen. Gerade an Abenden mit fast 500 Besucher*innen gibt es so viel zu tun, und es macht einen Riesenspaß, zumindest wenn‘s nicht regnet.“

Auch Fiete gehört schon fast zu den Open Air Veteranen: „Es ist jetzt mein 5. oder 6. Open Air, und es macht immer noch Spaß. Selbst der Rückbau am Sonntag. Da steht unser Rekord bei 1 Stunde 20 Minuten, um alles abzubauen bzw. zurückzubauen. Bestuhlung, Leinwand, Büro: alles wird in der Zeit auch abtransportiert und eingelagert bis zum nächsten Sommer. Und alles wird von uns „blitzblank“ hinterlassen. Das geht natürlich nur, wenn jeder weiß, was er machen muss. Ach ja, und das Abschlussessen nach dem Aufräumen in großer Runde ist dann natürlich auch noch mal ein Highlight.“
Fotos: Norbert Krütt-Hüning