Bernhard Münch berichtet aus dem Archiv von Jakob Sonntag
Vor 475 Jahren
Einsamer Tod

Am 15. August 1551, es war ein Mittwoch, starb der ehemalige Kölner Kurfürst Hermann von Wied einsam und von seinen einstigen Untertanen verlassen und verachtet in seiner Heimat, der Grafschaft Wied. Er, der zu Beginn seiner Regentschaft ein strenger Eiferer für die alte (katholische) Lehre war und sich später der Reformation zuwandte, wurde in den schweren Zeiten der geistigen Auseinandersetzung von seinem Gewissen zerrieben. Seinem Gewissen folgend hatte er am 25. Februar 1547 auf Drängen Kaiser Karls V. sein Amt als Kurfürst niedergelegt. Seine Nachfolge im Amt des Kölnischen Kurfürsten hatte damals Adolf III. von Schaumburg angetreten. Papst Paul III. hatte ihn bereits am 26. April 1546 seines geistlichen Amtes als Erzbischof enthoben.